Die Georg-von-Neumayer-Station wurde am 24. Februar 1981 als erste ganzjährige Forschungsbasis der Bundesrepublik Deutschland in der Antarktis eingeweiht.
Ihr Standort befand sich auf dem etwa 200 Meter dicken Ekström-Schelfeis an der Atka-Bucht im Weddellmeer.
Benannt wurde sie nach Georg von Neumayer, einem bedeutenden deutschen Polarforscher und Geophysiker des 19. Jahrhunderts.
Der Bau der Station im Jahr 1980 markierte den Beginn einer dauerhaften westdeutschen Präsenz auf dem antarktischen Kontinent.
Die Konstruktion bestand aus zwei parallel verlaufenden Stahlröhren mit einem Durchmesser von jeweils etwa acht Metern.
Innerhalb dieser Röhren wurden isolierte Container untergebracht, die als Wohnräume, Labore und Versorgungszentren dienten.
Die Entscheidung für diese unterirdische Bauweise sollte die Station vor den extremen antarktischen Stürmen schützen.
Ein wesentliches Forschungsziel war der Aufbau von Langzeitobservatorien für die Geophysik, Meteorologie und Luftchemie.
Die Station lieferte wichtige Daten zur Erforschung des globalen Klimas und der Dynamik des antarktischen Eises.
Eine technische Besonderheit war die eigene Energieversorgung durch Dieselgeneratoren, die für die Wärme- und Stromerzeugung zuständig waren.
Die logistische Versorgung wurde ab 1982 maßgeblich durch den Forschungseisbrecher Polarstern sichergestellt.
Da die Station direkt auf dem fließenden Eis errichtet wurde, bewegte sie sich zusammen mit dem Schelfeis langsam in Richtung Meer.

Ein großes Problem war der stetige Neuschnee, durch den die Station jedes Jahr tiefer im Eis versank.
Die enormen Druckbelastungen des umgebenden Eises führten mit der Zeit zu Verformungen der Stahlhülle.
Aufgrund dieser physikalischen Belastungen war die Lebensdauer der Neumayer I von Beginn an auf etwa zehn Jahre begrenzt.
Im Jahr 1992 wurde die Station schließlich durch die in der Nähe errichtete Neumayer-Station II ersetzt. Der Rückbau der Neumayer I erfolgte in den Folgejahren, wobei große Teile der Technik und Inneneinrichtung entfernt wurden.
Heute sind die Reste der alten Röhrenkonstruktion vollständig im Eis eingefroren und befinden sich durch die Fließgeschwindigkeit des Eises weit entfernt vom ursprünglichen Punkt.
Die Station legte den Grundstein für die heute hochmoderne Neumayer-Station III, die auf einem völlig anderen, stelzbasierten Prinzip beruht. Neumayer I bleibt als Pionierleistung in Erinnerung, die Deutschland den Weg in die internationale Spitzenforschung in der Antarktis ebnete.