Die Neumayer-Station III wurde am 20. Februar 2009 nach nur sieben Monaten Bauzeit offiziell in Betrieb genommen. Sie unterscheidet sich fundamental von ihren Vorgängerinnen, da sie nicht mehr im Eis versenkt, sondern auf der Oberfläche errichtet wurde.

auf dem Schelfeis an der Atka Bucht, 2012,
Alfred-Wegener-Institut / Stefan Christmann, Creative Commons Lizenz CC-BY 4.0
Das markante Gebäude steht auf 16 hydraulischen Stelzen, die auf einer massiven Bodenplatte im Schnee ruhen. Diese innovative Konstruktion ermöglicht es, die gesamte Station regelmäßig anzuheben, um dem jährlichen Schneezuwachs entgegenzuwirken. Durch das Anheben wird verhindert, dass die Station – wie Neumayer I und II – durch den wachsenden Eisdruck zerquetscht wird. Die Station befindet sich auf dem Ekström-Schelfeis im Königin-Maud-Land, etwa 40 Kilometer von der Schelfeiskante entfernt.
Ein zentrales Forschungsziel im Jahr 2025 ist die Überwachung des globalen Klimawandels durch hochpräzise Langzeitmessungen. In den Observatorien der Station werden kontinuierlich meteorologische, geophysikalische und luftchemische Daten erhoben. Besonders wichtig ist die Infraschall-Station, die als Teil eines weltweiten Netzwerks zur Überwachung des Kernteststopp-Vertrags dient.
Die Station beherbergt ein modernes Krankenhaus inklusive OP-Saal und Telemedizin-Anbindung, um die Versorgung der Überwinterer zu sichern.
Im Winter leben dort in der Regel neun Personen, während im antarktischen Sommer bis zu 50 Wissenschaftler Platz finden. Ein technologisches Highlight ist das Gewächshaus EDEN-ISS, in dem erfolgreich Gemüse ohne Erde und Sonnenlicht für die Besatzung gezüchtet wurde. Zur Energieversorgung wird ein Blockheizkraftwerk genutzt, das durch Windkraftanlagen unterstützt wird, um fossile Brennstoffe einzusparen. Die Station dient zudem als wichtige Datenzentrale für das Pinguin-Observatorium, das eine nahegelegene Kaiserpinguin-Kolonie beobachtet. Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) koordiniert von hier aus umfangreiche Feldexpeditionen ins antarktische Hinterland.
Im Jahr 2025 wurden die Labore modernisiert, um noch komplexere Probenanalysen direkt vor Ort durchführen zu können.
Die Station ist über eine Satellitenverbindung rund um die Uhr mit dem AWI in Bremerhaven vernetzt.
Aufgrund ihrer Lage auf dem fließenden Schelfeis driftet die Neumayer III stetig mit etwa 157 Metern pro Jahr Richtung Norden.
Die geplante Lebensdauer der Station liegt bei mindestens 25 bis 30 Jahren, was eine enorme Steigerung gegenüber den Vorgängerbauten darstellt. Neumayer III ist heute ein Symbol für technologische Exzellenz und den deutschen Beitrag zum Schutz des antarktischen Ökosystems.